Abschied
Ja... es war soweit, denn der zweite September war da!
Den ganzen Monat habe ich diesen Tag irgendwie verdrängt. Ich weiß nicht... klar freute ich mich riesig auf mein Abenteuer. Aber wenn Kristof in einem Recht hatte, dann das mich die USA irgendwie auch verändert hat.
Ich war vorher nie ein Mensch der Heimweh hatte ... plötzlich hatte ich das Gefühl ich könne gar nicht anfälliger sein.
Ich war vorher nie ein Mensch der immer an seiner Familie geklebt hatte, ich habe mir im Urlaub oder sonst irgendwo meist auch andere Freunde gesucht, auch wenn ich nie drauf angewiesen war. Plötzlich konnte ich gar nicht genug von ihnen bekommen.
Erst in den USA habe ich wirklich gemerkt was ich für ein Familienmensch bin und wie unglaublich dankbar ich für die enge Verbindung zu meinen Geschwistern und Eltern bin.
Ihr merkt schon ich schweife ab.... also zurück fangen wir beim Koffer packen an.
In einer Hinsicht viel mir es echt leicht für zehn Monate zu packen und zwar werde ich so gut wie jedes Wetter einmal haben, dass heißt ich konnte nicht für falsches Wetter packen.
Danke Papi, Danke Mami und Danke Merle das ihr so toll beim Packen geholfen habt!
Ich habe trotzdem mein Gepäck mit 22,9 kg den großen Koffer (zugelassen sind 23 kg) und einem viel zu schweren Handgepäckskoffer, sowie einem Rucksack voll ausgeschöpft.
Nachts konnte ich nicht schlafen. Sorgen mache ich mir ja eigentlich schon mehr als einen Monat lang, Traurigkeit über den Abschied und Respekt vor der Reise sind auch schon seid einem Monat vorhanden.
Morgens, kurz vor dem Aufstehen, war es kaum auszuhalten, ich zitterte am ganzen Körper, mir war übel und ich war ganz heiß. Ja all meine Sorgen spiegelten sich eindeutig in meinem Körper wieder.
Ich will kein Drama hieraus machen nur irgendwie ehrlich sein, denn ich weiß dass viele Austauschschüler nur über gute Seiten berichten, die werden bei mir auch noch kommen, aber noch belastete eine normalerweise völlig durchgeplante Person diese Ungewissheit und einen Familienmenschen der Abschied und die lange Trennung.
Wir fuhren um kurz nach sieben los Richtung Flughafen Bremen. Das Erlebnis ich bin jetzt das letzte Mal für lange Zeit im "richtigen" Zuhause fühlte ich irgendwie nicht.
Nach dem wir meinen Koffer abgegeben hatten, machte es mich traurig mit meiner Familie im Bäcker zu sitzen und zu wissen das wir uns gleich verabschieden müssen. Wir saßen dort dann noch circa eine Stunde und ja ich müsste auch weinen.
Überraschend kam auch noch meine Organisatorin vorbei, da sie in Bremen wohnt. Sie wollte nochmal Tschüss sagen und mir ganz viel Spaß wünschen.
Um kurz vor neun ging es dann zur Sicherheitskontrolle. Wir verabschiedeten uns unter Tränen und Papa war es wichtig noch so lange zu warten bis ich durch war.
Nach einem letzten Winken begann meine Reise...
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