Mount Tremblant #O/ED Trip2

Pünktlich zum Martin Luther King day, möchte ich dir von einem meiner Outdoor Education Erlebnisse erzählen. Den Zusammenhang? Gibt es jetzt nicht so wirklich... 

Bevor wir unsere Trips starten können, vergeht erst einmal viel Zeit für Planung. Dazu gehört neben Packlisten, Mealplanning und Routenplanung auch einen passend Rucksack zu finden. Zum Glück meiner Klassenkameraden hatte die Schule erst vor kurzen neue backpacks angeschafft. Meiner Klassenkameraden? Ja, Problem an der ganzen Sache für mich war, dass ich dann eben doch nicht die
Größe eines durchschnittlichen Erwachsenen entspreche und sie deshalb definitiv zu groß für mich waren. Mein Lehrer konnte mir aber zum Glück einen anderen Rucksack leihen, der nur in der Wasser Beständigkeit ein wenig Nachteile hatte. 

Claudia, Sarah und ich oder Spanien, Kanada und Deutschland 

Mittwoch, 25.10.207

Heute ging es endlich auf große Reise, denn mein zweiter Field trip mit meiner Outdoor Education Klasse begann. Dafür trafen wir uns wieder vor der Schule, dieses Mal aber erst eine Stunde später um 8:30 Uhr. 

Nach einer dreistündigen Fahrt waren wir endlich im Nationalpark Mount Tremblant in Quebec angekommen. Dort stellten wir leider fest, das das Besucherzentrum (welches nebenbei groß Werbung mit 24h Öffnungszeiten machte) geschlossen hatte... tja wir befanden uns außerhalb der Saison. Also ging es gleich Mal in den Wald auf Toilette. Ja ja, ich weiß wolltet ihr alle gar nicht wissen!

Nachdem alle Fahrzeuge (zwei Lehrer reisten zur Unterstützung mit Autos, für den Notfall) geparkt waren. Ging unser erster kleiner hike auch schon los. An sich sollte der erste Tag mit 7 Kilometern kein Problem sein. Allerdings ging es sieben Kilometer bergauf. 

Das Ganze war vor allem am Anfang anstrengend. Doch nach ungefähr einer halben Stunde hatte sich mein Körper daran gewöhnt und es war kein großes Problem mehr. Im Endeffekt war ich sogar überrascht, als plötzlich unser Kabine vor uns auftauchte. 

Meine Food Group ( bestand aus zwei anderen Mädchen und mir, wir mussten nämlich alles Essen selber planen, tragen und zubereiten) kochte für unser erstes Dinner Nudeln. Danach bereiteten Claudia (die Austauschschülerin aus Spanien) und ich das Campfire vor, so langsam wurden wir von unseren überwiegenden männlichen Mitfahrern dabei auch akzeptiert. 


Donnerstag, 26.10.2017

Heute ging es für uns auf den großen hike am Haupttag war nämlich unsere längste Etappe geplant - 27 Kilometer. Letztendlich verschob sich aber, wie eigentlich jeden Tag die genaue Kilometeranzahl noch, so dass wir zu unserem Glück doch nur 22 Kilometer liefen.

Dennoch war diese Strecke durch anspruchsvolle Auf- und Abstiege der Hügel geprägt. Letztendlich war ich dennoch überrascht wie gut ich für mich die Strecke gemeistert hatte. Während ich anfangs mit ein wenig Respekt, nachdem die 10km vom letzten Trip für mich anspruchsvoll waren rangegangen war, erreichte ich unsere Ziel in einem zwar anstrengenden aber nicht komplett ausgepowerten Zustand.
Auf diesem Trip erschien es Aussenstehendem wahrscheinlich, als hätten wir alles Rucksackgewicht am Essen gespart. Denn heute gab es gleich ein zweites Leichtgewicht - Suppenpulver. Überraschend stellte diese sich aber als echt lecker raus... 

Interessant festzustellen war, dass nachdem ich für mich entschieden hatte kein Handy mit auf die Trips mitzunehmen, sich herausstellte das ich damit von 17 Teilnehmern auch wirklich die einzige blieb.

Freitag, 27.10.2017

Genau wie letzte Nacht schliefen wir in einer Kabine. Das Ganze war aber ein großer Raum, somit stellte sich die Geschlechtertrennung für die Lehrer zu einer Challenge heraus. Den Vorteil gewannen eindeutig die Mädchen während die Jungs sich auf einen Schlafboden unters Dach quetschten, bekamen wir ein Hochbett (der Faktor eins für drei Personen und somit die Tatsache
das Claudia und Sarah ebenfalls gequetscht schliefen, ignorieren wir gekonnt).

Mein Lehrer zog es eiskalt durch draußen zu schlafen, was wenn man bedenkt das es um die 4 Grad nachts waren und er nur seine Sommerausrüstung dabei hatte echt kalt war.
Obwohl es morgens wärmer war als nachts fror ich am nächsten Tag, und das bei normalerweise unspektakulären 10 Grad. Glück für mich war es deshalb auf jeden Fall das unserer Ziel, der Parkplatz des Schulbusses nur 12 Kilometer entfernt war. 


Auf dem Rückweg durfte ich wieder ein Mal feststellen, wie beleidigt Kanadier werden können, wenn es auch nur im geringsten um die Amerikaner, dabei handelt es sich wenn man es aus kanadischem Mund hört immer und ausschließlich um die USA. 

Ich weiß nicht wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwann kam bei mir die Frage auf, ob Kanada sich eigentlich am 2. Weltkrieg beteiligt hat. Völlige Empörung bekam ich daraufhin zurück: "Aber natürlich" und gleich darauf "...nur wegen den Amerikanern, die alles an sich reißen",und dass ohne das ich nur im geringsten die USA ins Spiel gebracht hatte. Das Kanadier laut meiner Mitschüler zu diesem Zeitpunkt unter britischer Flagge gekämpft haben, erschien dabei völlig unwichtig. 

Gegen fünf Uhr abends kamen wir wieder nach unser Busfahrt an der Schule an. Mein Gastvater konnte mich zum Glück abholen und wir kauften bei Farmboy einer Art Bio-Supermarkt sogar Sushi. Lecker!

Eigentlich hätten wir uns noch auf einen letzten overnight trip im Dezember freuen können. Leider waren die Pfade zu unser gemieteten Kabine nicht nutzbar, so das dieser abgesagt wurde. Stattdessen ging es auf zwei Langlaufski Tagesfahrten. 

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