Halloween in Kanada
Halloween. Jetzt nach der Weihnachtszeit kann ich sagen, für meine Gastmutter war es definitiv das größere Fest. Ende September hatten meine Gastschwester Lucia und ich schon feierlich ein Paar Halloweensocken mit Kürbismotiv überreicht bekommen. Pünktlich am ersten Oktober fing sie dann voller Euphorie an das Haus zu dekorieren. Dabei wurde an nichts gespart...
Letztendlich legte sie am 28. Oktober aber nochmal eine ordentliche Schippe oben drauf. Ob es darum ging ein sprechende Plastikgesichtswand rauszustellen, eine Haushälfte mit einem Spinnennetz komplett zu bedecken oder unsere Garage in ein Spukhaus um zu dekorieren, war dabei egal.
Den Tag bevor Halloween wurde es dann für mich das erste Mal kalt. Allerdings nicht zu vergleichen mit den Minustemperaturen die wir jetzt haben, ich glaube es war sogar um die sommerlichen sieben Grad. Vor allem der Wind hat es, obwohl ich als Nordseekind das eigentlich gewöhnt sein müsste, dramatischer wirken lassen.
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Auch wenn ich finde, dass wir uns beim Kürbisschnitzen schon gar nicht schlecht angestellt haben, gab es Werke wie z.B. Elsakreaturen, an die wir bei Weiten nicht ran kamen. |
Bevor der Tag beginnen konnte hatte ich noch eine Aufgabe zu erledigen:
Was würde ich an diesem, von meiner Gastmutter schon fast heilig gesprochenen Tag, nur anziehen?

Klingt vielleicht ein bisschen verrückt, mein Gastvater fand das auch sehr amüsant, nachdem ich ihm erzählt habe wo ich war. Allerdings sind diese Läden ein Phänomen was ich unbedingt gesehen haben wollte. Das Besondere an denen ist definitive, dass sie ein bis zwei Monate vor Halloween eröffnen und sobald die Party gelaufen ist wieder zumachen bis es im nächsten Jahr wieder von vorne losgeht.

Letztendlich habe ich mir dann Kontaktlinsen mit Farbe gekauft. Mein restliches Kostüm bestand aus einem Rock von meiner Gastschwester, der mir trotz dem relativ großem Altersunterschied erstaunlich gut passte. Den Halloweensocken die ich geschenkt bekommen hatte und einem mini Hut zum ins Haar klemmen. Alles ein bisschen zusammengewürfelt aber meine Freundin gab diesem Kostüm den wundervollen Titel "The spirit of Halloween".
31.Oktober
Am Tag selber hieß es also früh aufstehen und auf geht es mit den Kontaktlinsen kämpfen. Bei meiner Übung hatte ich nur eine rein bekommen, morgens hat es dann aber zum Glück geklappt.
Meine Gastmutter, sowieso völlig aufgeregt, bereitete meine achtjährige Gastschwester für die Schule vor.
Meine Gastmutter, sowieso völlig aufgeregt, bereitete meine achtjährige Gastschwester für die Schule vor.
In meiner Schule angekommen war es echt toll. Während es zu "spirit days" immer noch Schüler gibt die boykottieren gibt, waren an diesem Tag so gut wie alle verkleidet! Selbst viele Lehrer machten mit viel Eifer mit...
Das Beste kam erst noch, Halloween ist Kanadiern so wichtig, dass jetzt Schulstunde um 10 Minuten verkürzt wurde um unsere Lunchzeit zu verlängern. Neben einem Kostümwettbewerb, wurden viele Fotos gemacht und es gab das sehr beliebte "Hunted House". Schon Tage vorher wurden dafür Tickets verkauft. Ohne eine Wartezeit die 50 Minuten dauern konnte ging aber nichts. Wer mich kennt weiß, dass es jetzt nicht so ganz mein Ding ist mich erschrecken zu lassen und dafür dann auch noch 4$ auszugeben war es mir nicht wert.
Stattdessen habe ich mich in der Pause sozial engagiert. Der Fooddrive hatte nämlich zuvor Essensspenden (in Dosenform) gesammelt, die nun sortiert werden mussten.
Raus aus der Schule, erlebte ich meine überglückliche Gastmutter. Das Ganze begann schon vor dem Trick or Treat laufen mit Plastikaugen im Auflauf.
Später begleiteten Lucia und ich, Bronwyn meine Gastschwester und ihre beste Freundin. Für das Gruselerlebnis hatte sich nicht nur meine Gastmutter ordentlich ins Zeug gelegt. Begeistert saßen Nachbarn zum Erschrecken vor ihren Häusern.
Mein persönlicher Favorite war definitive ein Mann der sein Auto vor dem Haus so platzierte, dass es nach einem Unfall aussah, alles absperrte, so dass wir nur an einer Seite vorbeigehen konnte. Nicht sichtbar lag er bereits unter seinem Auto und ließ seine Hand beim Vorbeigehen herausschnellen.
Trotz der Mühe die andere Familien sich gaben, war meine Gastfamilie, mit der gruseligen Leitung meiner Gastmutter, kaum zu übertreffen! Dafür war unser Haus auch in der Nachbarschaft bekannt, weshalb es sogar Kinder gab die mit dem Auto angefahren wurden um unser Haus zu bestaunen.
Ich kenne es ja aus deutsches Fasching. Es gibt immer eine große Menge an Familien die keinen Bock drauf haben und deshalb die Tür nicht öffnen. Nicht in Kanada! Klar, es gibt auch hier eine Reihe an Familien die keine Lust auf ein Sturmgeklingel haben, dennoch legen viele einfach einen Korb mit Süßigkeiten raus, so dass sich jeder ein Teil selber aussuchen kann.
Wahnsinn war es dennoch wie viele Kinder wir auf den Straßen gesehen hat. Halloween war für mich eine der total spannenden, super schöne, doch ganz andere, aber kanadischen Erfahrung die ich erleben durfte!
Mein persönlicher Favorite war definitive ein Mann der sein Auto vor dem Haus so platzierte, dass es nach einem Unfall aussah, alles absperrte, so dass wir nur an einer Seite vorbeigehen konnte. Nicht sichtbar lag er bereits unter seinem Auto und ließ seine Hand beim Vorbeigehen herausschnellen.
Trotz der Mühe die andere Familien sich gaben, war meine Gastfamilie, mit der gruseligen Leitung meiner Gastmutter, kaum zu übertreffen! Dafür war unser Haus auch in der Nachbarschaft bekannt, weshalb es sogar Kinder gab die mit dem Auto angefahren wurden um unser Haus zu bestaunen.
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Unter dem Kostüm in der Mitte befindet sich mein
Gastvater!
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Wahnsinn war es dennoch wie viele Kinder wir auf den Straßen gesehen hat. Halloween war für mich eine der total spannenden, super schöne, doch ganz andere, aber kanadischen Erfahrung die ich erleben durfte!
Du hast ein sehr hübsches symmetrisches Gesicht.
AntwortenLöschenLiebe Grüße von Bert
Danke :)
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