Algonquin Park #O/ED Trip 1

Am Dienstag, dem 3.Oktober hieß es dann, um sechs Uhr aufstehen und Aufbruch zur Schule. Denn es ging um 7:30 Uhr mit meiner Outdoor Education Klasse auf unseren ersten Camping Trip in einen Nationalpark drei Stunden von Ottawa entfernt - Algonquin Park.


Ich muss ehrlich sagen, nachdem ich aufgestanden war, hatte ich nicht so übermäßig viel Motivation. Aber schon bei meiner Ankunft an der Schule war diese sofort wieder da. Trotzdem war es irgendwie komisch für mich, mit Leuten auf "Klassenfahrt" zu fahren, die man eigentlich so gar nicht kennt.



Nach dem wir Paddel, Kanus und Schwimmwesten abgeholt hatten paddelten wir auch schon Richtung Campsite, an der wir drei Nächte übernachten würden. Dort angekommen hieß es erstmal Zelte aufbauen! Wir schlugen uns dabei gar nicht schlecht. Selbst unser Abendbrot, welches jeder mit seiner "Food Group" selber zubereiten musste, verkackten wir nicht völlig. Das besondere beim Essen war, dass in der sogenannten "Food Group" alles selber geplant, gekauft und getragen werden musste. 

Nachdem ich noch erkältet war, brachte ich eine katastrophale erste Nacht, geplagt von Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, hinter mich. Die mich aber nicht von einem spannenden nächsten Tag abhalten sollte. An Tag zwei wurde die komplette Gruppe nach dem Frühstück, bei dem unsere Pancakes dank einer unfähigen Pfanne ein großer Fail waren, in zwei Gruppen eingeteilt.



Ich befand mich in Gruppe eins, wir beschäftigten uns damit eine Stunde alleine in den Wald gesetzt zu werden um ein bisschen zu meditieren. Dabei wurden wir allerdings von einem Unwetter unterbrochen. Es hieß also Unwettermanöver ausrufen, bedeutete für uns: Schnapp dir eine Rettungsweste und setzte dich auf sie in dein Zelt. Meine "Tent Group" überbrückte das mit spanischen Kartenspielen. Ja, wir waren ein ziemlich internationales Zelt: eine Spanierin, eine Kanadierin und ich eine Deutsche. Übrigens waren wir auch die einzigen Mädchen von 17 Teilnehmern.






Nachdem wir dies überstanden hatten, war es auch schon Lunchtime. Für mich gab es dazu Sandwiche mit Salami. Danach führten wir unsere vom
Gewitter unterbrochene Tätigkeit fort. Ein bisschen dem Zeitplan hinterher tauschten wir danach. Jetzt bekamen wir die Chance alle wichtigen Paddeltechniken zu lernen. Erstaunlicherweise war ich gar nicht so schlecht. Wenn auch das Lernen der Namen aller Techniken mir Probleme bereitete.


Abends stand auf unserem Programm Campfire, dazu bereitet jeder in einer kleinen Gruppe ein Spiel vor.


Nächster Tag, nächstes Glück... Allein meine Nacht war  diese Mal schon viel besser. Heute ging es auf große Fahrt, denn es ging für uns zu den "Highfalls". Meine Gruppe wanderte am Morgen 10 km hin, während die anderen den Weg mit Kanus meisterten. Anfangs beeindruckten mich die 10 km ziemlich wenig. Erst als klar wurde, dass es so gut wie nur bergauf geht, verstand auch ich die Anstrengung der Übung. Für den Rückweg wurde dann getauscht. Ich hatte echt eine gute Gruppe erwischt, so dass wir viel Spaß hatten.

An den "Highfalls" nutzten wir die Chance, um bei eiskaltem Wasser den Wasserfall runter zu rutschen und eine Lunchpause einzulegen. Wir Mädchen waren uns erst gar nicht sicher, ob wir wirklich ins Wasser gehen sollten, da wir ja noch den langen Weg zurück zur Campsite vor uns hatten. Letztendlich war ich aber super froh, es ausprobiert zu haben.



Auf dem Rückweg wurde es in unseren Kanus nochmal richtig lustig. Ich war dieses Mal mit einem anderen Jungen aus unserer Gruppe im Kanu. Witzig wurde es, als wir die Jungs über die kulturellen Unterschiede bei Utensilien für die "Erdbeerwoche" (ach, ich muss immer noch über den Begriff lachen...) aufklärten. Auch unsere kanadische Mitstreiterin wusste von vielem gar nichts, so dass wir echt viel zum Lachen hatten.



Leicht traumatisiert kamen die Jungs mit uns, früher als geplant, an den Zelten an. So hatte unsere Gruppe ungefähr eineinhalb Stunden zum Ausruhen. Wir nutzen die Zeit um unsere Dinner vorzubereiten. Dieses Mal gab es bei uns nämlich Campingpizza, eine Pita mit Tomatensoße und Streukäse... Damit toppten wir wirklich alle unsere Dinners! 


Am Tag vier hieß es leider schon wieder, Zelte abbauen und ab geht es nach Hause. Kurz bevor wir nach einer kurzen Kanufahrt in den Bus einstiegen, hörte ich in einer Art souvenir shop doch tatsächlich jemanden Deutsch sprechen. Da ich in den vier Tagen mein Handy nicht mit hatte, und somit wirklich überhaupt kein Deutsch gelesen oder gehört habe, irritierte mich das völlig. Deshalb konnte ich es mir auch nicht verkneifen die Frau einfach anzusprechen. Sie hatte als sie 16 war selber ein Auslandsjahr in Kanada gemacht und besuchte jetzt mit ihren Kindern ihre ehemalige Gastfamilie. 



Ich muss sagen, alle waren während des Trip echt ein gutes Team, so dass wir total viel Spaß hatten. Mir hat auf jeden Fall geholfen, um alle besser kennen zu lernen und vielleicht noch ein kleines Stückchen besser in Kanada anzukommen. 



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